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Sozialraum

Der Sozialraum bildet eine grundlegende Analyse-, Planungs- und Handlungsebene für eine fachübergreifende, integrierte und soziale Stadt(teil)entwicklung. Gleichwohl handelt es sich dabei um ein Konstrukt von hoher Komplexität. Denn erst das Zusammenspiel von physischem Raum und sozialen Prozessen macht den Raum zum Sozialraum. Er ist ein relationaler Raum – kein leerer und von den Menschen unabhängiger Container, auch wenn er oft so gesehen, mit Zahlen messbar und handhabbar gemacht wird. Aus stadtsoziologischer Sicht ist der Sozialraum ein  physischer und gelebter Raum, ein Beziehungs- und Begegnungsraum bei ungleichen Kontextbedingungen. Deshalb werden in der wissenschaftlichen Beschreibung von Sozialräumen (Sozialraumanalyse) sowohl physische wie soziale Dimensionen erfasst und Veränderungsbedarfe von Kontextbedingungen aufgezeigt. In den kommunalen Verwaltungen gibt es unterschiedliche Definitionen und Methoden der räumlichen Grenzziehung. Meist bilden gemeinsame Lebensbedingungen, natürliche Grenzen und die historisch gewachsene Struktur der Räume dafür die Grundlage. 

Wir beschäftigen uns mit dem Sozialraum sowohl als alltägliche Lebenswelt unterschiedlicher Gruppen sowie als Steuerungsgröße von Verwaltungen, als Gegenstand von Analyse und Planen. Wesentliche Instrumente für seine Beschreibung sind wissenschaftlich basierte und partizipativ angelegte Sozialraum- oder Stadtteilanalysen, in der vielfältige Methoden zum Einsatz kommen. Daneben bieten wir Unterstützung bei der Implementierung und Evaluierung der Sozialraumorientierung im institutionellen Kontext. 

 

SOZIALRAUM . INDIKATOREN . ENTWICKLUNG 

Um soziale Chancengleichheit verbessern und lokale Lebensqualitäten erhöhen zu können, wurde in Berlin eine enge Verbindung von sozialräumlicher Gliederung und Sozialer Stadt(teil)entwicklung hergestellt. Die analytische Grundlage dafür bildet seit 1998 das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt initiierte und fortgeschriebene Monitoring Soziale Stadtentwicklung, mit dem die sozialräumliche Entwicklung auf Gebietsebene mittels Indikatoren und Indices  kontinuierlich beobachtet und bewertet wird. Der konzeptionelle Rahmen wurde nach breiter Diskussion mit der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung geschaffen und im Handbuch zur Sozialraumorientierung von 2009 als gesamtstädtischer, ressort- und ebenenübergreifender Politik- und Planungsansatz vorgestellt.  Wesentliche Strukturelemente sind die Bezirksregionenprofile. Sie zeigen aktuelle Situation und Veränderungen, Ziele und Maßnahmen auf Ebene der Bezirksregionen auf und werden ämterübergreifend unter Beteiligung der Bewohner und Akteure erstellt. Zur vergleichenden Bewertung von Risiken und Chancen wurden Kernindikatoren erarbeitet und ein gemeinsamer Datenpool gebildet. Die Entwicklung eines planungsraumbezogenen Informationssystems für Monitoring und Analyse (PRISMA) soll nach seiner Fertigstellung die Erarbeitung von Bezirksregionenprofilen in den Bezirken unterstützen und als grundsätzliche Planungsgrundlage für integrierte Stadtteilentwicklung dienen.

Indikatorenkatalog und Indikatorenblätter für das Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) Berlin

Für die im Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013 verwendeten Indikatoren und Indices wurde durch uns 2014 ein so genannter Indikatorenkatalog mit Blättern für die einzelnen Indikatoren erarbeitet. In jedem dieser Indikatorenblätter werden Kernaussage des jeweiligen Indikators bzw. Index, Berechnungsformel und Datenbasis sowie seine Verfügbarkeit in der Zeitreihe dargestellt. In einem Kommentar wird auf methodische und inhaltliche Aspekte hinsichtlich der Interpretaion eingegangen. Darüber hinaus umfasst der Indikatorenkatalog  abschließend ein Glossar zu den wichtigsten, in den Indikatorenblättern verwendeten Begrifflichkeiten.  

Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Zeitraum: November bis Dezember 2014    
Bearbeitung: mit Dr. habil. Olaf Schnur, Julia Grünky (Büro für Stadtforschung + Sozialplanung)         
Inhalte: Beschreibung der im MSS 2013 verwendeten Indikatoren: Aussagekraft der Indikatoren, Datengrundlagen, Verfügbarkeit der Daten, Kommentar für die Interpretation
 
Indikatorenprüfung und modellhafte Erarbeitung von Bezirksregionenprofilen im Kontext Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung 

Bezirksregionenprofile sind Analyse-, Planungs- und Strategieinstrumente auf LOR-Ebene (Bezirksregion) und damit eine wesentliche Grundlage der Sozialraumorientierung. Sie werden von Bezirksverwaltungen kooperativ und fachübergreifend erstellt und leisten einen Beitrag zur wissensbasierten, bedarfsorientierten und innovativen Stadtentwicklung Berlins. Für die Erarbeitung der Bezirksregionenprofile wurden die Indikatoren überpfüft und ein Ergebnisbericht erstellt. In diesem sind die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der modellhaften Erarbeitung von Bezirksregionenprofilen (BZRP) in den Berliner Bezirken Mitte und Marzahn-Hellersdorf von 2009 bis 2011 zusammengefasst.

Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, Abteilung I, Referat i A  
Laufzeit: 2009 bis 2010, 2010 bis 2012
Bearbeitung: mit Cornelia Cremer, UrbanPlan GmbH sowie Hartmut Häußermann und Patrick Hausmann und der Mitarbeit der Arbeitsgruppe Bezirksregionenprofile in der Verwaltung                                                         
Inhalte: Bezirksregionenprofile als Instrument der integrierten Stadtteilentwicklung, Kernindikatoren für integrierte Stadtteilentwicklung und Bezirksregionenprofile, Empfehlungen Beispiele für den Erstellungsprozess
Methoden:  Auswertung sekundärstatistischer Daten, Analyse von Daten und Entwicklungsprozessen, Mitarbeit in ebenen- und ämterübergreifenden Arbeitsgruppen, Workshops, Beteiligung an der Abstimmung der Kernindikatoren und ihrer Verwendung
Ergebnisbericht_BZRP.pdf

 

 

 

SOZIALRAUM . ORIENTIERUNG . JUGENDHILFE

Strukturen und Rahmenbedingungen zur Sozialraumorientierung im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Landeshauptstadt Potsdam 

Sozialraumorientierte Arbeit richtet sich in der modernen Kinder- und Jugendhilfe an der Lebenswelt ihrer Adressaten aus. Dieser Anspruch hat die Arbeit der Jugendämter auf der methodischen und organisatorischen Ebene verändert und zum Umbau ihrer Organisationsstrukturen und Steuerungssysteme geführt. Das Prinzip der Sozialraumorientierung steht und fällt mit der fallunspezifischen bzw. fallübergreifenden Arbeit. Durch sie können die Kontextbedingungen des alltäglichen Lebens im Zusammenwirken mit anderen Akteuren und die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Familien mitgestaltet werden. Vorliegende Evaluationsstudie befasst sich mit den Strukturen und Rahmenbedingungen der Sozialraumorientierung im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Landeshauptstadt Potsdam. Sie geht der Frage nach, wie die im Rahmenkonzept zur sozialraumorientierten Jugendhilfeplanung und -steuerung (2005) formulierten Zielperspektiven praktisch umgesetzt wurden und welche Veränderungsbedarfe für die Zukunft angezeigt sind.

Auftraggeber: Landeshauptstadt Potsdam, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie
Zeitraum: Mai bis November 2013
Bearbeitung: mit Doris Wietfeldt, Chance Management – Konfliktmanagement – Interkulturelle Kompetenz Berlin
Inhalte: Empfehlungen
Methoden
Dokument:

 

VORGETRAGEN . BEIGETRAGEN . MODERIERT

Bundesfachkonferenz Deutscher Caritasverband e.V.
Veranstalter: Deutscher Caritasverband e.V.
Zeit und Ort: ​ 08. November 2011, Köln
Aufgabe: Vortrag zum Thema "Sozialraumorientierung und Integration. Zukunftsweisende Überlegungen"

 

 

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