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Stadtumbau

Mit dem demographischen und wirtschaftlichen Strukturwandel verändern sich Deutschlands Städte – baulich, ökonomisch, sozial. Nur wenige Großstädte erweisen sich als Anziehungspunkte für Wirtschaftsunternehmen, verbuchen Bevölkerungswachstum und hohe Besucherzahlen. Dagegen ist die schrumpfende Stadt (shrinking city) mit ihrer älter werdenden Bewohnerschaft längst zum Normalfall geworden. Die lokale Stadtpolitik gerät vielfach an ihre Grenzen. Angesichts des Leerstand von mehr als einer Million Wohnungen in Ostdeutschland hat die Bundesregierung im Jahr 2000 das Städtebauförderprogramm Stadtumbau Ost – für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen mit seiner Doppelstrategie Rückbau und Aufwertung beschlossen. Zur Unterstützung von westdeutschen Städten, insbesondere mit einer altindustriell geprägten Wirtschaftsstruktur, wurde 2004 das Städtebauförderprogramm Stadtumbau-West aufgelegt.    

Wir sehen im demographischen Schrumpfen keine ausreichende Leitidee für den Umbau der Städte und erkennen darin auch nicht per se eine Chance. Vielmehr markieren hohe Bevölkerungsverluste schwierige Rahmenbedingungen für eine urbane Zukunftsfähigkeit. Trotz Verlusterfahrungen sind ermutigende Prozesse erforderlich, Gleichzeitigkeitsstrategien des Anpassens und Gegensteuerns, differenzierte Blicke und Impulse für Qualitäten: gegen sozialräumliche Segregation, für Bleiben und Zuzug, gegen wirtschaftlichen Niedergang, für gute Lebensverhältnisse und Engagementkultur. Insofern umfasst der Umbau schrumpfender Städte weit mehr als die Programmstrategie von Abriss und Aufwertung. Unser Wissens- und Erfahrungsspektrum reicht von konzeptionellen Überlegungen zum Stadtumbau-Monitoring bis hin zur Unterstützung von flächenhaften und punktuellen Rückbauprozessen im partnerschaftlichen Zusammenwirken von Stadtumbau-Ost und Soziale Stadt (siehe SOZIALE STADT).

 

MONITORING . KONZEPT . BERLIN

Monitoring Stadtumbau Berlin. Handreichung für Gebietsmonitoring und Qualitätsbewertung

In Berlin kommen beide Förderprogramme – Stadtumbau Ost und Stadtumbau West – zur Anwendung. Neben demographischen und wohnungsmarktbezogenen Anpassungserfordernissen rücken damit auch wirtschaftliche Handlungsoptionen stärker ins Blickfeld. Das Monitoring-Konzept (2008) sieht drei "Säulen" vor: Gebietsmonitoring, Umsetzungs- und Projektmonitoring sowie Fördermittelmonitoring. Für das Gebietsmonitoring (2009) wurden verschiedene Gebietstypen unterschieden und für deren vergleichende Beschreibung ein Indikatorenkonzept entwickelt. Die Handreichung formuliert den konzeptionellen Rahmen zur Durchführung des Monitorings und dessen Erprobung in einer Pilotphase – nicht die Ergebnisse der gesamtstädtischen Durchführung. 

Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Laufzeit: 2009
Bearbeitung: mit Cornelia Cremer, Urbanplan GmbH
Inhalte: Grundzüge des Berliner Stadtumbaumonitorings, Prozess und Ergebnisse der Pilotphase, Gesamtablauf und Umsetzungsschritte des Gebietsmonitorings, nächste Schritte.
Methoden: Erarbeitung von Gebietssteckbriefen, vertiefende Expertengespräche, schriftliche Befragung der Gebietsbeauftragten, Workshops und Fachgespräche, Inhaltsanalysen, Qualitätsbewertung.
DokumentStadtumbau Monitoring Leitfaden 2009.pdf

 

VERÖFFENTLICHT

Ingeborg Beer: Quartiersentwicklung als Diversitäts- und Teilhabestrategie. Zwischen traditionellen Integrationsdiskursen und gelebten Migrationsrealitäten (2013), in: Ansgar Klein, Rainer Sprengel, Johanne Neuling (Hrsg.): Jahrbuch Engagementpolitik 2013 (Nachdruck), Schwalbach/Ts., WOCHENSCHAU Verlag, S. 55-69,

Ingeborg Beer: Quartiersentwicklung als Diversitäts- und Teilhabestrategie. Zwischen traditionellen Integrationsdiskursen und gelebten Migrationsrealitäten (2012), in: Schnur, Olaf; Zakrzewski, Philipp; Drilling, Matthias (Hrsg.): Migrationsort Quartier. Zwischen Segregation, Integration und Interkultur, Wiesbaden: Springer VS

Ingeborg Beer: Quartiersperspektiven zwischen Schrumpfung und Temporalität, Aufwertung und Abriss. Thesen zu Schrumpfung und Stadtumbau Ost in mittelgroßen Städten (2010), in: Drilling, Mattias und Schnur Olaf (Hrsg.): Quartiere im demografischen Umbruch – Beiträge aus der Forschungspraxis, Wiesbaden. Springer VS

Ingeborg Beer: Bürgerbeteiligung im Stadtumbau. Das Beispiel Schwedt/Oder (2009), in: Kulturland Brandenburg e.V. (Hrsg.): Bürgerland Brandenburg Demokratie und Demokratiebewegungen zwischen Elbe und Oder.

Schrumpfende Städte. Drei Fragen an Ingeborg Beer. In: Bundeszentrale für politische Bildung. URL: www.bpb.de/gesellschaft/staedte/stadt-und-gesellschaft/64409/interview

VORGETRAGEN . BEIGETRAGEN

Schwedt schrumpft sich schön. rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

www.rbb-online.de/politik/thema/2014/gehen-oder-bleiben/beitraege/stadtumbau-in-schwedt.html

Zukunftschancen ostdeutscher Großwohnsiedlungen

Tagung

Veranstalter: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig, Department Stadt und Umweltsoziologie und Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung – IRS, Forschungsabteilung Regenerierung von Städten 
Zeit und Ort:4. März 2011, Konferenzzentrum Kabus in Leipzig
Aufgabe: Kurzstatement zum Thema "Rückbau und Infrastrukturanpassung"

 

Demographische Spuren des ostdeutschen Tansformationsprozesses. 20 Jahre deutsche Einheit

Tagung 

Veranstalter: Arbeitskreis Städte und Regionen der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Zeit und Ort: 10. Dezember 2010 in Berlin
Aufgabe:  Vortrag zum Thema "Quartiere auf Zeit: Demografische Umbrüche und Stadtteilperspektiven im Kontext des Stadtumbaus"
Dokument: BBSR-Online_Demografische_Spuren_20_Jahre_dt_Einheit.pdf

 

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Stadtforschung und Sozialplanung
Dr. Ingeborg Beer
Helmstedter Str. 26, 10717 Berlin
Telefon: 030 / 891 54 53
info@stadtforschung-berlin.de

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